Marte Meo
Blogbeitrag

Wie Du Kinder dabei begleiten kannst, Frustrationstoleranz zu entwickeln

Es ist so hilfreich im Leben, Frustrationstoleranz entwickelt zu haben und gleichzeitig ist es ein Weg dorthin. Wie Du Kinder dabei begleiten kannst, diese wertvolle Fähigkeit zu entwickeln, erfährst Du in diesem Artikel.

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Diese Situationen kennen vermutlich alle...


Die 5jährige Ines schreit. Sie hatte sich vorgestellt, heute ihren Lieblingspulli mit dem Pferd drauf anzuziehen und jetzt ist dieser in der Wäsche. Sie tobt und besteht darauf, ohne diesen Pulli nicht aus dem Haus zu gehen. Alle Versuche, eine Lösung zu finden (anderer Pulli „NEEEEIN“, den Pulli aus dem Wäschekorb holen „NEEEEIN DER IST EKLIG JETZT“, diesen Pulli morgen anziehen „NEEEEIN“) scheitern. Ines beruhigt sich nicht schnell. Nach 20 Minuten Geschrei beruhigt sie sich kurz, aber bald geht es wieder los „ICH WILL ABER MEINEN PFERDEPULLI!!!“

Solche oder ähnliche Szenen kennen vermutlich alle, die mit Kindern zu tun haben. Aber Kinder unterscheiden sich sehr darin, wie stark sie ihren Frust ausdrücken und vor allem darin, wie schnell sie ihn dann regulieren. Manche sagen kurz „och Manno“ und dann geht´s weiter. Und andere wechseln in einen Katastrophenmodus, der die Umwelt extrem unter Druck setzt.
Was ist also los mit Kindern, die oft, lange und laut in Frustrationsschleifen hängen bleiben? Und welches ist der Rat, der Bezugspersonen, die in solchen Situationen oft an eigene Grenzen kommen, weiterhilft?

Hier ein paar wichtige Erkenntnisse!

1. Der Frustmoment ist kein Entwicklungsmoment. Er ist ein Krisenmoment. Er muss versorgt werden. Die gute Versorgung dieses Momentes wird aber nicht dazu führen, dass das Kind langfristig mehr Frustrationstoleranz entwickelt.
2. Um zu erkennen, welches Entwicklungsmomente sind, ist es wichtig zu sehen, wo das Kind in seiner Entwicklung von Frustrationstoleranz steht:
  1. Kann es bereits Erfahrungen teilen, indem es sich an eine Bezugsperson wendet, wenn es etwas erlebt? 
  2. Nimmt es seine Gefühle bereits bewusst wahr und kann sich darin an eine Bezugsperson wenden? 
  3. Kann es kleinere, schwierige Gefühle bereits regulieren?
3. Deine Entwicklungsunterstützung ist besonders wirksam, wenn Du sie auf den Entwicklungsstand des Kindes abstimmst
  1. Wenn das Kind noch keine Erfahrungen mit Bezugspersonen teilt (Kopf drehen und den Blick suchen, wenn es etwas erlebt), wiederholst Du Worte und Töne des Kindes, damit es als ersten Schritt erfährt, dass sein Erleben von Dir oder der Bezugsperson wahrgenommen wird
  2. Wenn das Kind Erfahrungen teilt, aber mit kleinen, schwierigen Gefühlen keinen Kontakt sucht, benennst und bestätigst Du kleine, schwierige Gefühle mit einem beruhigenden Ton. Das hilft dem Kind, seine Gefühle rechtzeitiger wahrzunehmen.
  3. Wenn das Kind sowohl Erfahrungen als auch Gefühle mit seinen Bezugspersonen teilt, unterstützt Du es, kleine Frustgefühle erfolgreich zu regulieren: Du bestätigst das schwierige Gefühl. Du wählst einen sehr warmen, beruhigenden, annehmenden Ton. Dann sagst Du dem Kind, was jetzt zu tun ist. Das sollte etwas sein, was nicht mit dem Inhalt des Frustes zu tun hat. Z.B. „Jetzt gehen wir erstmal nach draußen und schauen, was die anderen Kinder gerade machen.“ Inhaltlich geht hier alles, was eine Wegwendung von der Fixierung auf den Inhalt des Frustes unterstützt.

Mehr dazu?!

Das ist eine kurze Zusammenfassung. Mehr zum Thema „Entwicklung von Frustrationstoleranz“ erfährst Du in unserem neuen Marte Meo online Modul. Die Inhalte werden für Dich an kleinen Filmausschnitten aus dem Alltag sichtbar und Du erhältst ein ausführliches Skript. >>> Hier kannst Du das Modul direkt buchen 

Alles Liebe 
Andrea und Alexandra
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