Marte Meo
Blogbeitrag

Wenn ein Störverhalten das nächste jagt...

Du arbeitest mit Kindern, Jugendlichen oder Familien und erlebst, dass ein Störmoment den nächsten ablöst. Das ist anstrengend. In diesem Blogartikel gehen wir der Frage nach: "Wie kannst Du aus dieser kraftraubenden Karussellfahrt aussteigen? Und was 
kannst Du stattdessen tun!"
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Kennst Du das?


Vielleicht arbeitest Du direkt mit Kindern und kennst diesen Augenblick: ein Kind hält Dich pausenlos mit einem Störmoment nach dem nächsten auf Trapp.

Oder Du arbeitest mit Familien und siehst: In dieser Familie ist der Krisenmodus Programm. Die Eltern sind erschöpft, genervt und ratlos und das Kind kommt zu wenig zur Ruhe.

Zeit für Veränderung!


Wenn Störmomente überhandnehmen, dann ist es Zeit, einen „Modus Wechsel“ einzuleiten.
Das Grundprinzip hierbei ist: weniger Energie in die Störmomente fließen zu lassen und mehr Energie in Entwicklungsmomente.

Warum weniger Energie in Störmomente stecken?

Weil viel Energie in Störmomenten bedeutet, dass diese nach einer Weile „groß“ im Gehirn des Kindes repräsentiert sind. Störverhalten bildet eine neuronale Autobahn. Autobahnen sind vielbefahrene Straßen. Konkret: dieser Bereich des Gehirns wird schnell aktivierbar und wiederholt sich ständig. Wenn passende Verhaltensweisen nur mit der Energie von Nebenstraßen gepflegt werden, dann entwickeln sie sich weniger gut weiter.
Was genau heißt das?
Wenn ein Kind sich provozierend, laut oder aggressiv verhält, dann hat das von Seiten der Bezugsperson in der Regel eine Reaktion zur Folge (klar, denkst Du jetzt vielleicht, schließlich kann man das Kind ja nicht einfach machen lassen, wenn es destruktiv unterwegs ist…).
Die wesentliche Frage ist: Ist diese Reaktion auf das Störverhalten emotional, verbal und in der Handlung intensiver spürbar als in störungsfreien Interaktionen?
Worüber erlebt sich das Kind als wirksam?
Wenn ja, dann entsteht für das Kind nicht selten die Situation, dass es sich als sozial und emotional besonders selbstwirksam erlebt, wenn es „stört“. Das Ausmaß an Aufmerksamkeit und emotionaler Zuwendung (auch wenn es keine positive Zuwendung ist) ist dann besonders hoch. Wenn das Kind selten positives Sozialverhalten zeigt oder nur sehr klein und leise, dann erfährt es möglicherweise zu wenig, dass dies ebenfalls ein Weg ist, um Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erfahren.
Was passiert?
Infolge zeigt das Kind – logisch – weiterhin Störverhalten, weil dies der effektivste Weg ist an die ersehnte sozial-emotionale Zuwendung zu kommen. Es entsteht ein Teufelskreis...
Das ist jetzt natürlich etwas vereinfacht beschrieben – einfach um es zu verdeutlichen...
Jetzt kommt Marte Meo ins Spiel. Denn Marte Meo stellt Dir Werkzeuge zur Verfügung, die Dir helfen, den „Modus Wechsel“ zu vollziehen.

Hier ein paar einfache Tipps aus dem Marte Meo-Handwerkskoffer:

  1. Reguliere Krisenmomente so wenig emotional und „uninteressant“ wie möglich
  2. Achte auf die Momente zwischen den Krisen: Welches Verhalten ist hier neutral oder positiv?
  3. Schenke dem Kind positive Aufmerksamkeit für „unauffällige“ Momente
  4. Überrasche das Kind immer wieder mit unerwarteten „Energieshots“ in neutralen Momenten. Wichtig ist, dass das Kind hier in ein intensives positives Erleben kommt. Das kann kurz sein: ein großes „Hallo und einfach schön, dass Du da bist“, ein kurzes Durchkitzeln (wenn das Kind das mag), ein kräftiges über die Arme streichen begleitet von einem warmen Ton und natürlich ein Bemerken von jeder noch so kleinen, positiven Idee….
Unser Online Modul „So geht es nicht weiter!“ zeigt Dir an Filmausschnitten, wie Du es schaffen kannst, mehr Energie in Entwicklungsmomente und weniger Energie in Krisenmomente zu investieren  >>> Hier kannst Du das Modul direkt buchen 


Alles Liebe 
Andrea und Alexandra
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